Thermoablation

Schilddrüsenoperation vermeiden

 

Die Schilddrüse, auch Schmetterlingsorgan genannt, ist eine der wichtigsten Steuerzentralen im menschlichen Körper. Es gibt kaum eine Körperfunktion, an der die Schilddrüsenhormone nicht beteiligt sind. Jeder dritte Deutsche leidet irgendwann in seinem Leben an einer Schilddrüsenkrankheit. Neben einer Vergrößerung des Organs (Kropf) gehören heiße und kalte Knoten zu den häufigsten krankhaften Veränderungen in der Schilddrüse.

Radiologische und nuklearmedizinische Verfahren ermöglichen auf der einen Seite Schilddrüsenleiden frühzeitig zu erkennen und damit eine rechtzeitige Behandlung einzuleiten. Auf der anderen Seite stellen Sie mit der Thermoablation eine minimal-invasive Alternative zu einer notwendigen Operation zur Verfügung. Denn bei einer OP werden meist große Teile der Schilddrüse oder sogar häufig auch das komplette Organ entfernt. Die Thermoablation ist die gezielte Zerstörung von Schilddrüsenknoten durch Hitze und kann somit eine schonende Alternative sein.

Die Vorteile liegen dabei auf der Hand:

  • Thermoablation ist minimal-invasiv, in manchen Fällen sogar nicht-invasiv und damit weniger belastend als eine Operation
  • Es ist nur eine lokale Betäubung notwendig
    (Ausnahme: die seltener eingesetzten Laserablation wird unter Vollnarkose durchgeführt)
  • Die Therapie ist ambulant in ca. einer Stunde durchführbar
  • Das Risiko einer sichtbaren Narbe ist minimal
  • Die Erfolgsaussichten sind gut

Wir bieten diese Therapiemöglichkeit bei uns in der Diagnostik München in Kooperation mit dem renommierten Deutschen Zentrum für Thermoablation von Schilddrüsenknoten e.V. an (www.dzta.de). Nachfolgend haben wir Ihnen detaillierte Informationen rund um die Thermoablation zusammengestellt.

Sprechen Sie uns an, ob das Angebot für Sie in Frage kommt. Gerne beraten wir Sie zu individuellen Risiken, dem Nutzen und den Kosten dieser Untersuchung.

Entfernung der Schilddrüsenknoten ohne Operation

Das ZDF sendete am 10. Mai 2016 in der Sendung "Volle Kanne" einen Beitrag über die Thermoablation, den Sie sich beim Klick auf das Bild anschauen können.

Schilddrüsenoperation vermeiden: Die Thermoablation

Was ist die Thermoablation?

Die Thermoablation ist ein Überbegriff für verschiedene thermische Verfahren, mit denen Gewebe
durch Hitze zerstört wird. Diese werden schon seit Jahren erfolgreich bei Leber-, Lungen- und Nierenerkrankungen eingesetzt.

Dazu zählen:

  • Radiofrequenzablation (RFA)
  • Fokussierte Ultraschalltherapie (Echotherapie, HIFU)
  • Laserinduzierte Thermotherapie (LITT)
  • Mikrowellenablation (MWA)

Bei diesen nicht-operativen Verfahren wird Wärme im Bereich des zu zerstörenden Gewebes erzeugt. Bei Temperaturen über 60 Grad Celsius sind die so hervorgerufenen Zellschädigungen irreversibel. Im Nachgang dieser Behandlung wird dieses Gewebe vom körpereigenen Abwehrsystem abgebaut. So wird der Schilddrüsenknoten mit der Zeit deutlich kleiner.

Thermoablation von Schilddrüsenknoten

Bei der Thermoablation stellt die Radiofrequenzablation (RFA) die momentan am besten untersuchte und am häufigsten genutzte Methode dar. Mit Hilfe einer Sonde wird ein Stromfluss generiert, und durch das entstehende elektrische Feld  wird das Gewebe erhitzt. In über 100 Studien  konnte die Sicherheit und Effektivität der RFA als Therapieoption in der Behandlung von Schilddrüsenknoten evaluiert werden. Daher gehört die Radiofrequenzablation in einigen Ländern zu den empfohlenen Verfahren (Leitlinie) bei der Behandlung von gutartigen Schilddrüsenknoten und bei der Behandlung von Lokalrezidiven von Schilddrüsenkarzinomen.

Zur Laserablation, Mikrowellenablation und die Echotherapie sind weniger Studien bekannt. Die Ergebnisse der Laser- und Mikrowellenablation sind mit denen der Radiofrequenzablation vergleichbar. Zur Echotherapie liegen wenige Daten vor. Bei der Laserablation emittiert Licht bestimmter Wellenlänge in das Gewebe, durch die Licht-(Photonen-) Absorption entstehen Temperaturen von bis zu 300 Grad Celsius, daher wird die Laserablation meist in Vollnarkose durchgeführt. Bei der Mikrowellenablation baut sich ein Mikrowellenfeld an der MWA-Sonde auf, durch das elektromagnetische Feld werden Wassermoleküle angeregt, es entsteht die nötige Wärme zur Zerstörung des Gewebes.

Wann wird die Thermoablation durchgeführt?

Falls in der Schilddrüse Knoten (sogenannte „kalte“ oder „heiße“ Knoten) festgestellt wurden und eine operative Entfernung der Schilddrüse oder des Knotens nicht gewünscht oder eine Operation nicht möglich ist, können die Knoten mit Hilfe der Radiofrequenzablation (RFA) therapiert werden.

Vorher wird, insbesondere bei „kalten“ Knoten, durch eine Feinnadelbiopsie (Punktion der Schilddrüse) und durch eine nuklearmedizinische Untersuchung (Szintigraphie) ausgeschlossen, dass
Hinweise auf ein Schilddrüsenkarzinom bestehen. Nur in seltenen Fällen wird auch bei einem auffälligen Befund, also dem Hinweis auf ein Karzinom (bösartiger Knoten) eine Thermoablation durchgeführt, z. B. wenn das OP-Risiko zu hoch ist oder eine ausgeprägte Narkoseallergie besteht.

Wie wird die Thermoablation durchgeführt?

Die technische Durchführung der Thermoablation ist einfach und erfordert nur eine örtliche Betäubung und keine Vollnarkose. Nach einer schmerzstillenden Spritze und der Desinfektion der Haut im Halsbereich wird unter Ultraschall-Kontrolle eine spezielle Nadel in den Schilddrüsenknoten platziert. Die Nadel wird für mehrere Minuten aktiviert, und im Bereich des Knotens entsteht Hitze zur Zerstörung des Gewebes. Damit ist der minimal-invasive Eingriff als solches auch schon wieder beendet.

Bei der nicht-invasiven Thermoablation mittels fokussiertem Ultraschall (Echotherapie, HIFU) ist keine Nadel notwendig. Durch einen konkaven (nach innen gebogenen) Ultraschallkopf werden Ultraschallwellen in den Schilddrüsenknoten fokussiert, im Bereich des Knotens entsteht Hitze. Ist der Schilddrüsenknoten geschrumpft, kann die Behandlung beendet werden, sonst wird die Behandlung wiederholt.

Mit den Vorbereitungen und der Nachsorge beträgt die Aufenthaltszeit in unserer Praxis für die Patienten alles in allem ca. eine Stunde

Einige Zeit später, spätestens nach 3 Monaten, wird die Entwicklung kontrolliert. Ist der Schilddrüsenknoten geschrumpft, kann die Therapie beendet werden, ansonsten wird die Behandlung wiederholt.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

In aktuellen Studien konnte gezeigt werden, dass das Volumen der Schilddrüsenknoten nach Behandlung bereits nach drei Monaten im Durchschnitt zwischen 30 und 50% abnimmt, nach sechs Monaten liegt dieser Wert bereits zwischen 40 und 65%. Im Langzeitverlauf nach zwölf Monaten reduzierte sich das Knotenvolumen um  50 bis 90%. Die prozentuale Abnahme des Knotenvolumens ist vom Knotencharakter abhängig. Die Schilddrüsenknoten werden hierfür in drei verschiedene Gruppen unterteilt (solide, gemischt solide-zystisch, primär zystisch). Das Volumen der Schilddrüsenknoten reduziert sich in allen drei Versuchsgruppen, wobei die Abnahme in primär zystischen Schilddrüsenknoten am deutlichsten ausfällt.

Was ist dabei zu beachten?

Blutverdünnende Medikamente wie ASS müssen sieben Tage vor der Thermoablation abgesetzt werden. Bitte sprechen Sie Ihren Hausarzt darauf an. Bei der Einnahme von Marcumar sollte auf Heparin umgestellt werden.

Was sind mögliche Komplikationen?

Die Komplikationshäufigkeiten sind mit denen der Schilddrüsenoperationen vergleichbar, wobei bleibende Komplikationen wie eine Stimmbandlähmung (resultiert ggf. in einer Heiserkeit) deutlich geringer sind. Weitere mögliche Komplikationen sind Infektionen und sogenannte verfahrensabhängige Komplikationen, z. B. Gewebsverletzungen im Bereich des Stichkanals. Allerdings sind solche Komplikationen sehr selten.

Wer trägt die Kosten?

Die Untersuchung wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet und Ihnen persönlich in Rechnung gestellt. Viele private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die Thermoablation. Im Einzelfall sollten Sie mit Ihrer Versicherung diesbezüglich Kontakt aufnehmen.

Sprechen Sie uns an, ob das Angebot für Sie in Frage kommt. Gerne beraten wir Sie zu individuellen Risiken, dem Nutzen und den Kosten dieser Untersuchung.

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