Häufige Fragen

zur Radiologie allgemein

Sicher hat Ihr Radiologe oder auch Ihr behandelnder Arzt Ihnen schon viel über die Untersuchung erklärt. Doch manchmal gibt es ungeklärte Fragen, die Ihnen nach der ganzen Aufregung erst später einfallen. Im Folgenden haben wir die häufigsten Fragen für Sie zusammengestellt.

Wem gehören meine Röntgenbilder?

Hier gibt es klare gesetzliche Regelungen. Röntgenbilder sind Eigentum des durchführenden Arztes und dieser hat auch die Pflicht, die Aufnahmen aufzubewahren (zu archivieren). Der Arzt ist allerdings auch verpflichtet, diese Aufnahmen oder Kopien dem weiterbehandelnden Arzt oder Ihnen als Patient vorübergehend leihweise zu überlassen. Üblicherweise müssen Sie hierfür ein Formular ausfüllen und unterschreiben. Sie können – auch als Privatpatient - kein Eigentumsrecht an Ihren Bildern erwerben.

Was ist ein Kontrastmittel?

Kontrastmittel sind stark strahlenabsorbierende Substanzen, welche beispielsweise für Röntgen und Computertomographie einen hohen Jod-Anteil enthalten. Durch ihre chemische Zusammensetzung wird ihre Ausscheidung vorbestimmt, z.B. wird bei einer Untersuchung der ableitenden Harnwege ein nierengängiges KM gespritzt. Die Ausscheidung über die Nieren und die Passage in Harnleitern und Blase wird in bestimmten Zeitabschnitten mit Röntgenbildern festgehalten. Bei einer Darstellung des Magen-Darm-Traktes wird unter Durchleuchtung ein anderes Kontrastmittel vergeben: Der typische weiße Bariumbrei. Der wichtigste Bestandteil ist Bariumsulfat, eine ungiftige Bariumverbindung, die geschluckt, d.h. oral verabreicht, wird.

Bei Untersuchungen in der CT werden z.B. für ein CT des Abdomen beide Verfahren angewendet. Das orale Kontrastmittel wird etwa 1-2 Stunden vor der Untersuchung getrunken. Während der eigentlichen CT-Untersuchung wird Ihnen zusätzlich ein jodhaltiges Kontrastmittels über die (Arm-)Vene gespritzt. Jod ist an sich sehr gut verträglich, jedoch für Patienten, die an einer Jodallergie leiden eher ungeeignet. Ebenso sollte bei krankhaften Nierenwerten oder bei einer Schilddrüsenüberfunktion auf die Kontrastmittelgabe verzichtet oder entsprechende Vorbeuge-Maßnahmen getroffen werden.

Auch in der Magnetresonanztomographie (MRT oder Kernspintomographie) werden Kontrastmittel eingesetzt. Diese enthalten jedoch, anders als bei vielen Röntgen-Kontrastmitteln kein Jod, sondern meist Gadolinium. Dieses chemische Element beeinflusst im Gewebe die magnetischen Eigenschaften benachbarter Wasserstoffatome. Andere Kernspin-Kontrastmittel enthalten kleinste Eisenpartikel. Diese Kontrastmittel werden in erster Linie bei der Untersuchung der Leber verwendet, da Eisen in bestimmten Leberzellen aufgenommen wird.

In der Nuklearmedizin werden keine Kontrastmittel vergeben. Es handelt sich hier vielmehr um radioaktive Substanzen (Tracer), welche sich in bestimmten Organen anreichern oder verstoffwechselt werden und somit eine Aussage über die Funktion eines Organs erlauben.

Was ist der Unterschied zwischen ionischen und nichtionischen Kontrastmitteln?
Bei Röntgenuntersuchungen und in der Computertomographie unterscheidet man zwischen ionischen und nichtionischen Kontrastmitteln. Ionisches Kontrastmittel hat eine hohe Osmolalität („Zähigkeit“) welche dazu führt, dass es leicht zu Plasmaproteinbindungen im Blut kommt. Dies bedingt die schlechtere Organverträglichkeit auf solche KM. Nichtionische Kontrastmittel sind in einem wesentlich geringeren Maße davon betroffen und gut verträglich. Aus diesem Grund wird heute überwiegend nichtionisches Kontrastmittel verwendet.

Was ist bei Kleinkindern und Säuglingen zu beachten?

Kann ich meine kleinen Kinder zum Untersuchungstermin mitbringen?
Generell ja. Bei manchen nuklearmedizinischen Untersuchungen ist jedoch der direkte Kontakt während oder unmittelbar danach nicht möglich.

Ab welchem Alter wird kein Einverständnis des Erziehungsberechtigten benötigt?
Die rechtlichen Beziehungen zwischen Arzt und Patient beruhen auf einem Behandlungsvertrag (Dienstvertrag). Bei Minderjährigen (unter 18 Jahre) oder unter Betreuung stehenden Volljährigen kommt ein Behandlungsvertrag nur durch die Mitwirkung eines gesetzlichen Vertreters zustande.

Ist das Stillen eines Kindes nach Kontrastmittelgabe im CT oder MRT gleich möglich oder sollte eine Stillpause eingelegt werden?
Übliche CT- und MRT-Kontrastmittel, welche intravenös verabreicht werden, gehen in weniger als 0,01% in die Muttermilch über. Davon wiederum wird nur ein Bruchteil vom Säugling aufgenommen so dass diese Menge verschwindend gering ist. Eine Stillpause ist deswegen nicht zwingend notwendig, wird allerdings mitunter empfohlen, da es natürlich keine kontrollierten Studiendaten dazu geben kann. Andererseits werden bei gegebener Indikation auch Säuglinge mit intravenös gespritztem Kontrastmittel untersucht, um verschiedene Dinge abzuklären. Die hierbei verabreichte Dosis liegt nach o.g. natürlich wesentlich höher. Einzig bei bestimmten MRT-Kontrastmitteln hat man mittlerweile einen Zusammenhang mit einer Nierenschädigung und Bindegewebsschädigung festgestellt.

Besteht die Möglichkeit des Auftretens von Kontrastmittel-Reaktionen (z.B. Hautausschlag) bei Säuglingen?

In Studien konnte gezeigt werden, dass bei stillenden Müttern, denen ein gadoliniumhaltiges Kontrastmittel verabreicht wurde, nur ca. 0,04 % der verabreichten Menge in der Muttermilch feststellbar war. Dies entspricht bei einer üblichen für einen Menschen mit 70 kg Körpergewicht verabreichten Menge von 15 ml etwa 0,006 ml. Diese Menge liegt deutlich unter der bei der MRT von Säuglingen normalerweise eingesetzten Kontrastmittelmenge von 1ml.

Unabhängig von dem geringen zu erwartenden Kontrastmittelspiegel in der Muttermilch, ist eine prinzipiell schädigende Wirkung auf Säuglinge nach Kontrastmittelaufnahme über die Muttermilch nicht bekannt.

Warum werden z.B. Knochenbilder häufig aus zwei unterschiedlichen „Blickwinkeln“ aufgenommen?

Die Röntgenaufnahme ist wie ein gewöhnliches Foto ein zweidimensionales Bild. Um eine krankhaft Veränderung besser zu erkennen und im dreidimensionalen Raum zu lokalisieren, werden Aufnahmen in unterschiedlichen Ebenen durchgeführt (üblicherweise 2 Ebenen, z.B. bei Aufnahmen von Knochen oder der Lunge).

Lässt sich das Alter eines verheilten Knochenbruchs (z.B. Wirbelkörper) radiologisch bestimmen bzw. wie genau lässt sich dieses eingrenzen?

Grundsätzlich lässt sich mit bildgebenden Verfahren unterscheiden, ob eine Fraktur frisch oder schon lange verheilt ist. Bei frischen Frakturen können Reparatur- und Umbauvorgänge (durch Magnetresonanztomographie) dargestellt werden, auch wenn ein Frakturspalt nicht auf den ersten Blick sichtbar ist. Vom Fortschritt dieser Heilung kann der Zeitpunkt des Bruchs unter Berücksichtigung des Patienten (grundsätzliche Heilungseigenschaft, Mobilität, Alter usw.) grob eingegrenzt werden.

Nachdem die Bruchlücke vollkommen geschlossen ist, der Bruch also konsolidiert ist, kann das exakte Alter der Fraktur in aller Regel nicht mehr genau bestimmt werden. Unter Umständen lassen Formveränderungen des betroffenen Knochens oder Anpassungsvorgänge benachbarter Strukturen gewisse Rückschlüsse auf den Zeitpunkt der Verletzung zu.

Mein Tuberkulose-Test ist positiv. Bin ich verpflichtet mich röntgen zu lassen?

Für die auf der Haut durchgeführten üblichen Tuberkulosetests gilt: Eine positive Reaktion (roter, erhabener Punkt an der Teststelle) besagt nicht automatisch, dass Sie an Tuberkulose erkrankt sind, sondern kann auch durch eine vorangegangene Impfung gegen Tuberkulose hervorgerufen werden. In Einzelfällen gibt es auch eine positive Reaktion ohne Erkrankung und Impfung (man spricht dann von einem falsch positiven Ergebnis des Tests).

Deshalb gilt: Einem positiven Test muss, um Sie und andere Menschen Ihrer Umgebung zu schützen, nachgegangen werden. Es gilt zu klären, ob der Test auch in der Vergangenheit positiv gewesen ist. Sind sie geimpft und war der Test schon früher positiv, sollte nur bei konkretem Verdacht auf eine Ansteckung eine Aufnahme der Lunge durchgeführt werden. Eine solche Ansteckung kann auch bei geimpften Personen erfolgen. Die Lungenaufnahme ist erheblich genauer als der Hauttest und kann Zeichen einer Tuberkulose mit größerer Empfindlichkeit nachweisen.

Ist ein Test überraschend positiv, sollte auf jeden Fall eine Röntgenaufnahme durchgeführt und gegebenenfalls weitere Untersuchungen angeschlossen werden.

 

Was bedeuten Schatten und Aufhellung in einer Röntgenaufnahme? Was bedeutet hyper- und hypodens in der Computertomographie und im MRT?

Verschattungen sind Gebiete mit vermehrter Dichte (z.B. eine Lungenentzündung) und stellen sich im konventionellen Röntgenbild weiß dar. Im Gegensatz dazu sind Aufhellungen Gebiete mit verminderter Dichte (z.B. stark luftgefüllte Darmschlingen) und stellen sich schwarz dar.

Wenn Röntgenstrahlen von der Kamera kommend in den menschlichen Körper gelangen, wird nur ein Teil der ursprünglichen Strahlen den Körper (ohne abgelenkt worden zu sein) wieder verlassen. Ein großer Teil der Strahlen ist hingegen entweder abgelenkt (d.h. der Strahl verlässt den Körper in einem anderen Winkel als er eingetreten ist) oder vom Körper aufgenommen (absorbiert) worden. Das Ausmaß der Abschwächung des Röntgenstrahls hängt im Wesentlichen von der Dichte des Gewebes ab. Diese Dichteunterschiede werden bei der Computertomographie mittels verschiedener Grautöne wiedergegeben. Dementsprechend wurden auch die Begriffe gewählt. Als hyperdens werden Gewebe mit erhöhtem, als hypodens solche mit erniedrigtem und als isodens Gewebe mit gleichem Abschwächungswert bezeichnet. Das dichteste Gewebe des menschlichen Körpers ist der besonders robuste Knochen an der Schädelbasis.

Im MRT spricht man hingegen von hyper- oder hypointens. Es handelt sich hier im Gegensatz zu Röntgenaufnahmen nicht um eine „Dichte-Bildgebung“ sondern im weitesten Sinne um eine Weichteil-Bildgebung. Es gibt völlig unterschiedliche Möglichkeiten, MRT-Bilder zu erstellen und somit können bestimmte Organe in einer Untersuchungssequenz dunkel (hypointens) und in einer andern hell (hyperintens) erscheinen. Referenz für die Auswahl dieser Begriffe sind jeweils die umgebenden Strukturen. Deshalb kann man korrekterweise in einem MRT-Befund nicht sagen, eine Struktur sei hypointens sondern es sollte immer lauten: Im Vergleich zu einer bestimmten Referenz-Struktur ist diese Struktur hypointens.

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