Herz-CT deckt auf: Wie alt ist mein Herz wirklich?

Der Mensch ist so alt oder so jung wie seine Gefäße“ lautet ein viel zitiertes Zitat von Rudolf Virchow (1821-1902). Trotz dieser sehr langen Erkenntnis ist das Bewusstsein der Herz- und Gefäßgesundheit jedoch noch nicht ausreichend im allgemeinen Gesundheitsbewusstsein angekommen. Dies ist daran erkennbar, dass auch heute noch ein Großteil der akuten Herzinfarkte bei Menschen auftreten, welche zuvor als gesund galten. Bei diagnostizierter Atheroskleose gibt das Herz-CT Aufschluss über die Verfassung des Organs.

Wir leben immer noch in einer Welt, in der fast 1/3 der Patienten, die sterben, plötzlich sterben, bevor uns überhaupt bewusst war, dass diese Menschen krank waren oder dass ihr Leben in Gefahr war. Es scheint mir, dass das wichtigste Problem, mit dem wir konfrontiert sind darin besteht, diese Menschen zu erkennen, bevor sie sterben, und uns mitzuteilen, dass sie krank waren.“  

F. Mason Sones 1978 (Arzt und einer der Pioniere des Herzkatheters)

Verkalkungen der Koronararterien sind Ausdruck einer Atherosklerose, welche im fortgeschrittenen Stadium zu einem Herzinfarkt bzw. einem Herzversagen führt. Das Ausmaß der Verkalkungen korreliert hierbei direkt mit dem Risiko innerhalb der kommenden Jahre an einem Herzinfarkt zu erkranken. Ist das Risiko bekannt, heißt das für die Betroffenen jedoch kein unveränderbares Schicksal. Genau die Kenntnis des Risikos erlaubt es, die richtigen präventiven Maßnahmen einzuleiten, um eine spätere Erkrankung zu verhindern und nicht plötzlich mitten im Leben von einer Herzerkrankung überrascht zu werden.

Verkalkungen der Koronararterien können unkompliziert und ohne die Gabe von Kontrastmittel durch ein Herz-CT gemessen werden. Hierbei wird die Bildaufnahme mit dem EKG Signal des Herzen synchronisiert. Hierdurch kann das Herz vollkommen bewegungsfrei abgebildet werden.

Im Falle nicht vorhandener Verkalkungen der Koronararterien liegt der sogenannte negative Vorhersagewert bei annähernd 100%. Dies bedeutet, dass nahezu kein Risiko für einen Herzinfarkt innerhalb der kommenden 5 Jahre zu erwarten ist. Eine solche diagnostische Sicherheit ist – abgesehen von dem Herz-CT – nicht mit anderen klinischen Tests zu erreichen.

Werden bei der Untersuchung Verkalkungen – sogenannte Kalzifikationen – der Koronararterien festgestellt, werden diese mithilfe des „Agatston-Score“ als ein individueller Zahlenwert angegeben. Dieser Zahlenwert spiegelt quantitativ das Ausmaß der Kalzifikationen wieder.

Vergleicht man diesen individuell gemessenen Wert dann wiederum mit einem hinsichtlich des Alters und Geschlechts vergleichbaren Kollektiv, kann daraus direkt das Risiko für das Entstehen eines Herzinfarktes abgeleitet werden. Wird hierbei ein erhöhtes Risiko festgestellt, kann man durch eine gezielte medikamentöse Therapie dem Auftreten einer Erkrankung rechtzeitig entgegenwirken.

Die Quantifizierung des Koronarkalks durch das Herz-CT beschreibt damit direkt das Herzalter.

Beispiel einer nativen Herz-CT-Untersuchung zur Quantifizierung der Kalzifikationen der Koronararterien. Die gelb markierten Stellen repräsentieren die detektierten Verkalkungen der linken Koronararterie. Bei der Untersuchung handelte es sich um einen beschwerdefreien 55-jährigen Mann mit nur moderat erhöhten Bluttfettwerten. Bei Rückfragen zu dieser Untersuchung sprechen Sie mich gerne direkt an: t.henzler@diagnostik-muenchen.de

Detrano R et al., Coronary calcium as a predictor of coronary events in four racial or ethnic groups. N Engl J Med. 2008 Mar 27;358(13):1336-45.

Die Abbildung zeigt das nicht vorhandene Risiko von Personen ohne messbare Verkalkungen der Koronararterien (orange Linie) und dem ansteigenden Risiko in Abhängigkeit vom Ausmaß der gemessenen Kalzifikationen.

Der Schlaganfall ist weltweit Todesursache Nr. 3

Der Schlaganfall hat im Grunde genommen zwei verschiedene Formen:
1. den ischämische Schlaganfall (häufiger) und
2. den hämorrhagische Schlaganfall.

Im ersten Fall wird die Blutversorgung des Gehirns plötzlich gestoppt – die Symptomatik ist dann davon abhängig, welche Gebiete des Gehirns betroffen werden. Eine plötzliche Behinderung der Blutversorgung des Gehirns entsteht normalerweise als Folge der Atherosklerose und bei Embolien. (Embolie: Im Gefäß-System bildet sich ein Blutgerinnsel, das dann mit der Strömung in das Gehirn fließt.) Als Vorsorge muss man hier die vorliegenden Risikofaktoren für die Atherosklerose beseitigen oder im Griff haben: Übergewicht, hohes Cholesterin, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Bewegungsmangel und Rauchen. Continue reading „Der Schlaganfall ist weltweit Todesursache Nr. 3“

Sprechstunde: Schilddrüsenerkrankungen

Schilddrüsenerkrankungen zählen inzwischen zu den Volkskrankheiten. Neben der Schilddrüsenvergrößerung mit oder ohne Knotenbildungen und überwiegend durch Jodmangel bedingt, spielen Schilddrüsenfunktionsstörungen (Schilddrüsenüberfunktion und Schilddrüsenunterfunktion) hier eine wesentliche Rolle. Der richtige Ansprechpartner zu allen Fragen rund um die Schilddrüse ist der Nuklearmediziner, der mit verschiedenen Methoden die Untersuchung der Schilddrüse und bei Bedarf auch die Behandlung durchführt. Dr. med. Axel Wagenmann, Leiter Nuklearmedizin bei der Diagnostik München, informiert im folgenden Text zu den Hintergründen.

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Standorteröffnung in Perlach

Anfang Juli berichteten wir bereits über den Umbau und Modernisierung des neuen Standortes in der Putzbrunnerstraße 7, jetzt war es soweit. Seit dem 16.07.2018 bieten wir Ihnen im Ärztehaus Perlach mit unserem Team und rund um den Standortleiter Dr. Dr. Alber Strauß die radiologische Versorgung an!

Der Standort wurde mit jeweils einem neuen Computer- sowie einem Magnetresonanztomographen der neusten Generation ausgestattet. Darüberhinaus komplettiert das Röntgen unser Spektrum im Ärztehaus Perlach.

Folgend finden Sie einige Eindrücke, wir freuen uns auf Sie!

KÖPFE UND HERZEN GESUCHT!

Die Diagnostik München geht unter die Haut: Hochqualifizierte, motivierte Mitarbeiter und modernste Technik verbinden sich bei uns zur medizinischen Bildgebung der Spitzenklasse. Um unser einzigartiges Angebot an Diagnostik, Präventions- und Check-up-Medizin in und um München auszuweiten, suchen wir Menschen, die mit Kopf und Herz für ihre Patienten da sein wollen. Werden Sie Teil unseres wachsenden und bunten Teams in unserer Apparategemeinschaft am Standort Planegg als

Mitarbeiter/-in im Empfang!

Hier geht es zum Stellenangebot.

Mitarbeiter/-in im Empfang

Prof. Dr. med. Grenacher zum Vorstandsvorsitzenden gewählt – Die Diagnostik München gratuliert!

Prof. Dr. med. Lars Grenacher, Vorsitzender Geschäftsführer, Ärztlicher Direktor und Facharzt für Radiologie bei der Diagnostik München, wurde im Mai diesen Jahres auf der Mitgliederversammlung der AG Gastrointestinale und Abdominaldiagnostik in der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) für die nächsten zwei Jahre zum Vorsitzenden des Vorstandes gewählt. Zuvor war Grenacher Stellvertretender Vorsitzender.

Die AG Gastrointestinal-/Abdominaldiagnostik beschäftigt sich mit der Förderung der Gastrointestinal-/ Abdominaldiagnostik in Klinik und Forschung. Zudem berät sie die DRG bezüglich der Aus-, Weiter- und Fortbildung sowie in speziellen medizinischen und sozioökonomischen Fragen der Gastrointestinal-/ Abdominaldiagnostik.

DKM meets… PET/CT – Fortbildung zum PET/CT

Nach einer kurzen Einführung in die Thematik durch den Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Lars Grenacher informierte am Abend des 15. Mai Dr. Dr. Tibor Vag, Leiter der PET/CT-Kooperation der Diagnostik München mit dem Klinikum Bogenhausen,  im Rahmen der Fortbildungsreihe „DKM meets… PET/CT“ mit seinem Vortrag „PET /CT teuer oder Hoffnungsträger?“ die anwesenden Kollegen und Zuweiser aus unterschiedlichen Fachbereichen wie Onkologie, Gynäkologie und Chirurgie.

Dr. Vag gab dabei einen guten Überblick über die Funktionsweise, Abrechnungsmodalitäten gemäß der Richtlinien der KVB, aber auch neue Trends und Limitationen der Methode. Er erklärte den Anwesenden sowohl die erforderliche Vorbereitung zur Untersuchung, als auch den aktuellen Stand der PET/CT in den verschiedenen Leitlinien der Fachgesellschaften und ermöglichte so einen umfassenden Einblick in dieses spezielle Gebiet der bildgebenden Diagnostik anhand vieler Bildbeispiele.

Hintergrund der Abendveranstaltung ist dabei der Start der neuen Kooperation der Diagnostik München mit den Städtischen Kliniken ab dem 28.5.2018. Ab diesem Zeitpunkt wird die Diagnostik München jeweils Montags das PET/CT im Klinikum Bogenhausen für eigene Untersuchungen unserer Patienten nutzen können.

Beim anschließenden „come together“ konnten sich alle Kollegen nochmal mit den Geschäftsführern der Diagnostik München austauschen.

Großer Andrang beim Röntgenkongress 2018

Auf dem diesjährigen Deutschen Röntgenkongress in Leipzig vom 9.-12. Mai gab es lange Schlangen beim „Login“ zu den Sitzungen mit abdominellen Schwerpunktthemen. Trotz „starker“ Konkurrenz durch die parallel stattfindende Röntgenvorlesung war die Sitzung zum „neuen TNM Staging“ unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Lars Grenacher so gut besucht, dass über 100 Zuhörer stehen mussten und keinen der 300 Sitzplätze mehr ergattern konnten und schließlich keiner mehr in den Saal gelassen werden konnte.

Die Vorträge von Prof. Grenacher und Prof. Weßling zum TNM Staging, sowie von Prof. Vogl zu LiRads und mRECIST der Leber, sowie der Überblick von Prof. H. Helmberger über die Bildgebung der Gallenwege hielten die Zuhörer bis zum Schluß im Saal.

roentgenkongress 2018

roentgenkongress 2018

Arterien mit gesunder Ernährung in Schuss halten

Dr. med. Peter Ferenczy, Kardiologe der Diagnostik München, hat mit dem HARBOR Magazin darüber gesprochen, wie man seine Arterien, einschließlich Herz, pflegt.

Wer bislang gedacht hat, er ernähre sich fettarm und es erwarte ihn deshalb ein langes Leben, darf sich nun durch eine neue Megastudie eines Besseren belehren lassen. Besser Fette statt Kohlehydrate, stellte sie unter Beweis und Menschen die diesem Ratschlag folgen, hätten eine höhere Lebenserwartung. Wer hier besonders staunte, waren die Kardiologen. Bislang hieß es, fettarme Ernährung, ausreichend Bewegung und ein gemäßigtes Leben wirkten lebensverlängernd.

HARBOR Magazin: Sie müssten uns bitte zunächst die Fachbegriffe der Arterien-Erkrankungen erklären.

Dr. med. Peter Ferenczy (Kardiologe der Radiologie Diagnostik München): „Man nennt es „Atherosklerose“, wenn die Ablagerungen in den Arterien bereits teilweise verkalkt sind. Wenn die Anlagerungen nicht verkalkt sind, lautet der Fachbegriff „Atheromatose“, das ist ein aus Fettablagerungen bestehender, weicher Plaque, den man mit Medikamenten oder anhand der Ernährungsweise in seiner Dicke reduzieren kann. Bei der Atherosklerose handelt es sich hingegen nicht um Ablagerungen in der Arterie, sondern um eine Verdickung der Arterienwand. Bei einer Atherosklerose sind grundsätzlich alle Arterien des Körpers betroffen. Sie hat ihren Beginn, wenn man zur Welt kommt und die Erkrankung weitet sich im Laufe des Lebens aus. Wie schnell dieser Prozess von Statten
geht, hängt von diversen Faktoren ab, die das Fortschreiten zum Teil erheblich beeinflussen.“

HARBOR Magazin: Was sind das für Faktoren?

Dr. med. Peter Ferenczy (Kardiologe der Radiologie Diagnostik München): „Einer der relevantesten Faktoren ist der Cholesterinspiegel und zwar der des schlechten LDL-Cholesterin (low density lipoprotein).“

HARBOR Magazin: Wie halte ich diesen Cholesterinspiegel niedrig?

Dr. med. Peter Ferenczy (Kardiologe der Radiologie Diagnostik München): „Das ist zunächst einmal schwer zu sagen. Es gibt hier viele Methoden, wie zum Beispiel auf die Ernährung zu achten. Obwohl nun die neuesten Studien alles bisher Angenommene auf den Kopf stellen. Im Kongress der Europäischen Kardiologischen Gesellschaft in Barcelona, Sommer 2017, wurde das Ergebnis der PURE-Studie veröffentlicht. Sie handelt davon, dass fettreiche Ernährung nicht unbedingt so schlecht ist, wie bislang angenommen.“

HARBOR Magazin: Und die Kardiologische Gesellschaft steht nun Kopf, weil sie immer proklamiert hat, man solle nichts Fettes essen, man müsse abnehmen und das Bauchfett sei schuld an Herzinfarkten?

Dr. med. Peter Ferenczy (Kardiologe der Radiologie Diagnostik München): „Beim Bauchfett gehe ich nach wie vor davon aus, dass es schlecht ist. Das vermehrte Fettgewebe im Bauchraum hat eine ganz andere Struktur als zum Beispiel das Fettgewebe unter der Haut. Dieses Fettgewebe ist hormonell sehr aktiv und wirkt auch sehr ungünstig zum Beispiel auf die Gerinnungs-Parameter des Blutes. Die Flusseigenschaften des Blutes werden verschlechtert und allein das kann schon gefährlich sein. Die Hormon-Produktion des Fettgewebes wirkt zudem sehr ungünstig auf den gesamten Stoffwechsel. Deswegen gilt, es dieses Fettgewebe im Bauchraum unbedingt im Zaum zu halten.“

HARBOR Magazin: Ließe es sich denn einfach absaugen?

Dr. med. Peter Ferenczy (Kardiologe der Radiologie Diagnostik München): „Nein. Es handelt sich dabei nicht um das Fettgewebe unter der Haut, sondern um das Fett im Bauchraum, das um die Organe gelagert ist. Da kann man nicht hin. Also nur Training oder Ausdauersport, gepaart mit bewusster Ernährung, schaffen hier Abhilfe. Wobei man im Moment nicht genau weiß, was die richtige Ernährung ist. Wenn jemand einen gestörten Fettstoffwechsel hat, kann der Körper mit Fetten, die man zu sich nimmt, gar nichts anfangen und setzt sie an. Fett wird also nicht verbrannt. Auch wenn jemand Hormonstörungen hat, kann er das Fett nicht verarbeiten. Ebenso beeinflusst die hormonelle Funktion der Schilddrüse sehr stark diesen Bereich. Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse kann man eigentlich gar nicht abnehmen. Denn dann ist der Stoffwechsel derart verlangsamt.“

HARBOR Magazin: Was hat die Studie noch gezeigt in Sachen Ernährung?

Dr. med. Peter Ferenczy (Kardiologe der Radiologie Diagnostik München): „Dass Kohlenhydratverzehr deutlich schlechter ist, als Fettverzehr. Nach dem Ergebnis der Studie beeinflusst ein erhöhter Fettverzehr die Sterblichkeit nicht ausgeprägt. Kohlenhydrate jedoch schon. Das Studienergebnis ist auch für mich etwas überraschend. Denn Kohlenhydrate sind bislang ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung. Früher sollte die Nahrung zu 50 Prozent aus Kohlehydraten bestehen.“

HARBOR Magazin: Von welchen Mengen an Kohlenhydraten sprechen wir hier nun und von welchen Kohlenhydraten?

Dr. med. Peter Ferenczy (Kardiologe der Radiologie Diagnostik München): „Welche Menge wird in der Studie nicht genannt. Die Leitlinien für Obst und Gemüse lagen bislang bei fünf 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag, sprich über 400 Gramm. So viel sollte man nicht unbedingt essen. Die neuesten Erkenntnisse empfehlen drei bis vier Portionen, also etwas weniger. Das beeinflusst den Stoffwechsel günstig. Jedoch wäre ich mit Obst, aufgrund des hohen Fruchtzuckergehaltes, eher zurückhaltend. Was man tatsächlich empfehlen kann, sind Beeren.“

HARBOR Magazin: Das heißt man sollte sich doch wieder an das Jäger- und Sammlerprinzip halten?

Dr. med. Peter Ferenczy (Kardiologe der Radiologie Diagnostik München):  „Wenn Sie dabei Fisch essen statt rotes Fleisch, dann ja. Rotes Fleisch hat nachgewiesen einen Zusammenhang mit Dickdarmkrebserkrankungen. Fisch ist also besser, die so genannte mediterrane Diät, mit Olivenöl und genügend Omega 3 Fettsäuren. Mit einem ausreichenden Omega 3 Konsum, durch zum Beispiel Fisch oder Medikamente, kann man den Cholesterinspiegel sehr gut absenken. Bei einem Mangelzustand an Omega 3 empfehle ich 1000 mg pro Tag. Also Fisch, Salat und Gemüse aber möglichst roh und nicht gekocht sind am besten.“

HARBOR Magazin: Wie kommt es denn dazu, dass sich bei einem Menschen die Arterienwand verdickt und beim anderen nicht?

Dr. med. Peter Ferenczy (Kardiologe der Radiologie Diagnostik München): „Hierbei spielen natürlich auch viele genetische Faktoren eine Rolle. Wir sehen öfters, dass auch ganz schlanke Menschen, ohne Übergewicht und ohne auffällige Laborwerte, schon eine ausgeprägte Atherosklerose besitzen. In diesem Fall gehen wir meistens von einer genetischen Prädisposition aus. Zudem lassen wir hier ein Lipidparameter bestimmen. Lipoprotein A und Triglyceride spielen neben dem Cholesterinspiegel eine wichtige Rolle im Prozess der Atherosklerose. Wobei ich sagen muss, dass der Zusammenhang noch nicht 100 prozentig nachgewiesen ist. Dennoch empfehle ich bei einem hohen Lipoprotein A Spiegel schnellst möglich Vorbeugungsmaßnahmen zu ergreifen, auf die Ernährung zu achten.

Eine häufige Ursache der Atherosklerose ist auch ein niedriger HDL Spiegel. HDL ist das Schutzcholesterin, also das gute Cholesterin. Es muss eine bestimme Höhe erreichen damit eine günstige Wirkung erzielt werden kann. HDL High-Density-Lipoprotein-Cholesterin bringt das Cholesterin von den Arterienwänden weg hin zur Leber, wo dieses dann verarbeitet werden kann. Wenn der HDL Cholesterinspiegel zu niedrig ist, dann bleiben die Plaques in den Arterien und im Falle einer Progression und wenn die Plaques eine be-stimme Größe erreichen, wird es sehr gefährlich. Sie können von selbst zerrissen werden, sie platzen. In diesem Fall aktivieren sich sofort bestimmte Blutzellen und verursachen an dieser Stelle ein Blutgerinnsel. Das passiert sehr schnell.“

HARBOR Magazin: Wie schnell?

Dr. med. Peter Ferenczy (Kardiologe der Radiologie Diagnostik München): „In Sekunden. Das Volumen wird sofort verstopft und die nachfolgenden Organe werden nicht mehr mit Blut versorgt. Im Herzen entsteht so eine Herzinfarkt. Wenn die Herzkranz-Arterien plötzlich verstopft werden, benötigt man sofort eine Notarztversorgung.“

Lesen Sie das gesamte Interview hier nach.

Neueste Studienergebnisse zeigen Vorteile des mpMRTs

In einer im März 2018 im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlichten prospektiven multizentrischen Studie konnten internationale Wissenschaftler eindeutig den Vorteil der multiparametrischen MRT der Prostata (mpMRT) bei Patienten mit Verdacht auf ein Prostatakarzinom nachweisen.

In der Studie wurden insgesamt 500 Patienten mit einer pathologischen Erhöhung des PSA Wertes nach dem Zufallsprinzip in 2 Gruppen aufgeteilt. Bei der ersten Gruppe wurde die Prostata ohne eine vorherige mpMRT 10-12-mal biopsiert (Gewebeprobeentnahme). In der zweiten Gruppe erhielten alle Patienten zunächst eine mpMRT Untersuchung der Prostata. Patienten ohne einen krankhaften Befund in der mpMRT Untersuchung mussten nicht biopsiert werden. Bei den Patienten mit einem krankhaften Befund in der mpMRT wurde die Prostata auf Basis des Bildbefundes ganz gezielt biopsiert.

In der mpMRT Gruppe musste bei 71 von 252 Patienten aufgrund des negativen mpMRT Ergebnisses überhaupt keine Biopsie durchgeführt werden, da ein Tumor damit ausgeschlossen wurde. Im Vergleich zu der ersten Gruppe ohne mpMRT konnten durch die gezielte Biopsie auf Basis der Bildgebung signifikante Tumore besser diagnostiziert werden.
In der mpMRT Gruppe zeigte sich ein direkter Zusammenhang der Tumortrefferquote in der Biopsie mit dem PIRADS Score aus der mpMRT Untersuchung. Im Detail konnte bei 83% der Patienten mit einem PIRADS Score von 5 ein Tumor nachgewiesen werden. Bei Patienten mit einem PIRADS Score von 4 konnte in 60% der Fälle ein Tumor nachgewiesen werden. Diese Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit einer strukturierten PIRADS v2 Befunderstellung in einem auf die Prostata mpMRT Untersuchung spezialisierten Zentrum.

Darüber hinaus wurden in der mpMRT Gruppe auch weniger sogenannte nicht signifikante Tumoren diagnostiziert. Hiervon ist eine positive Beeinflussung der Lebensqualität der Patienten aufgrund einer fehlenden Verunsicherung zu erwarten.

Die Studie kann im Detail frei zugänglich unter der folgenden Internetadresse abgerufen werden: zur Studie.

Zusammenfassend besteht aus unserer Einschätzung durch die beschriebene Studie nun eine eindeutige Evidenz dafür, dass bei einer krankhaften PSA Erhöhung vor einer ungezielten Biopsie zunächst eine mpMRT Untersuchung der Prostata durchgeführt werden sollte.