Unsere Kompetenzen

Herz-CT

ct_herzansicht_3dBei der Computertomographie des Herzens (Herz-CT) handelt es sich um ein modernes  Röntgenverfahren, welches eine schonende Alternative zu einer diagnostischen Herzkatheterun tersuchung darstellt. Im Gegensatz zu einer Herzkatheteruntersuchung  kann eine Herz-CT ambulant und nicht invasiv durchgeführt werden. Nicht invasiv bedeutet hierbei, dass kein Katheter über eine Arterie in die Herzkranzgefäße eingeführt werden muss.

 

Beispiel einer 3D Rekonstruktion einer Herz CT Untersuchung zur nicht invasiven Darstellung der Koronararterien. Im vorliegenden Beispiel zeigt sich keine Engstelle der Koronararterien.

Welche Ergebnisse liefert eine Herz-CT Untersuchung

Mit Hilfe der Herz-CT kann eine relevante Stenose (Engstelle der Herzkranzgefäße) mit einer Sicherheit von annähernd 100% ausgeschlossen werden. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass wenn in einer Herz-CT keine relevante Stenose gefunden wird diese auch sicher ausgeschlossen ist. Ein invasiver Herzkatheter ist in einem solchen Fall dann nicht mehr notwendig.

Darüber hinaus wird bei einer Herz-CT Untersuchung auch der Grad der Verkalkungen der Herzkranzgefäße gemessen (sogenannte Koronarkalk-Quantifizierung). Die Höhe des gemessenen Koronarkalkes hängt unmittelbar mit dem Risiko zusammen, innerhalb der nächsten 5 Jahre einen Herzinfarkt zu erleiden. Somit eignet sich das Verfahren exzellent, um eine Festlegung des individuellen Risikos von Patienten vorzunehmen. Auf Basis des festgestellten Risikos kann dann eine medikamentöse Therapie festgelegt werden um einem Herzinfarkt sinnvoll vorzubeugen. Hinsichtlich der individuellen Risikostratifizierung ist die Koronarkalk-Quantifizierung sowohl klinischen Test als auch Laboruntersuchungen überlegen.

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Darstellung der Herzkranzgefäße mittels Herz-CT Untersuchung. Durch spezielle Bildnachverarbeitungssoftware können die Koronararterien auf einem Bild im gesamten Verlauf Dargestellt werden.

Wann ist eine Herz-CT Untersuchung sinnvoll?

Eine Herz-CT Untersuchung ist für Personen mit einem mittleren kardialen Risikoprofil sinnvoll. Ein mittleres kardiales Risikoprofil hängt davon ab, ob Personen unter einem oder mehreren der folgenden Risikofaktoren leiden:

  • bekannte Herz- oder Gefäßerkrankungen bei Verwandten ersten Grades
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Nikotinkonsum (Rauchen)
  • Hyperlipidämie (erhöhte Blutfette)
  • Hyperurikämie (Gicht)
  • Bewegungsmangel

Sind bei Personen Risikofaktoren erfüllt, ist eine kardiologische Vordiagnostik empfehlenswert. Ergänzend hierzu liefert die Herz-CT Untersuchung die oben beschriebenen Erkenntnisse um eine bestmögliche Therapie beziehungsweise präventive Maßnahmen festzulegen.

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Beispiel der Risikostratifizierung auf Basis des gemessenen Koronarkalkes. Der gemessene Wert wird im Bezug zu einer hinsichtlich des Alters und Geschlechts gleichverteilten Population angegeben. Im vorliegenden Beispiel zeigte die Untersuchung eines 46-jährigen Patienten keine Verkalkungen (siehe Pfeil in der Abbildung). Das „Herzalter“ des Patienten entspricht damit einem Alter von <35-Jahren. Auf Basis dieser Messung liegt das relative Risiko des Patienten innerhalb der kommenden 5-Jahre an einem Herzinfarkt zu erkranken bei annähernd 0%.

Wie läuft eine Herz-CT Untersuchung ab?

Da das Herz ständig in Bewegung ist, muss bei einer Herz-CT Untersuchung die Aufnahme der Bilder in Abstimmung mit einem während der Untersuchung gleichzeitig aufgenommenen Elektrokardiogramm (EKG) erfolgen. Hierfür werden während der Untersuchung vier EKG Elektroden auf der Brust angebracht. Die Untersuchung erfolgt stets in bequemer Rückenlage und dauert insgesamt nur etwa 10 Minuten. Vor der Untersuchung wird den Patienten zunächst eine sogenannte Venenverweilkanüle in der Ellenbeuge gelegt. Über diese kleine Kanüle wird zur Darstellung der Herzkranzgefäße – nach der Messung des Verkalkungsgrades der Herzkranzgefäße – ein jodhaltiges Kontrastmittel injiziert. Ist die Herzfrequenz bei Patienten sehr schnell, wird gegebenenfalls vor der Untersuchung ein Medikament zur Senkung der Herzfrequenz verabreicht.

Prinzipiell können  alle Patienten  mittels Herz-CT untersucht werden. Durch die Gabe von Kontrastmittel muss jedoch vor einer Herz-CT Untersuchung im Labor der Kreatinin und TSH Wert bestimmt werden. Der Kreatinin Wert ist notwendig, um zu überprüfen ob die Nierenfunktion für die Untersuchung ausreichend ist. Mit Hilfe des TSH Wertes wird überprüft, dass keine Schilddrüsenüberfunktion vorliegt. Patienten mit Diabetes mellitus, welche Metformin einnehmen, sollten dies nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt vor und nach einer Herz-CT Untersuchung für wenige Tage pausieren.

Prof. Dr. Thomas Henzler

Wie hoch ist die Strahlenbelastung einer Herz-CT Untersuchung?

Die Strahlendosis einer Herz-CT Untersuchung hängt von der Größe und dem Gewicht sowie der Herzfrequenz der Patienten ab. Im Vergleich zu einer Herzkatheteruntersuchung ist die Strahlendosis in der Regel nicht erhöht. Liegt eine niedrige Herzfrequenz vor, wird die Strahlendosis im Vergleich zu einer Herzkatheteruntersuchung in der Regel unterschritten. Wie bereits beschrieben, liegt der Vorteil der Herz-CT jedoch primär darin, dass die Risiken einer Gefäßpunktion (Einriss der Gefäßwand, Hämatom) nicht vorhanden sind.

An unseren Standorten in der Augustenstraße sowie an unserem Standort in Planegg arbeiten wir mit der modernsten CT Technologie um die Strahlendosis auf ein Minimum zu reduzieren. Hierzu zählt neben dem CT Gerät selbst auch die Technik der Bildberechnung (sogenannte iterative Bildrekonstruktion).

Unser Qualitätsanspruch liegt jedoch darin, unseren Patienten die individuell beste Diagnostik ihres Herzen zu gewährleisten. Eine Herz-CT Untersuchung mit einer Patienten versprochenen niedrigen Strahlendosis, welche nur eingeschränkte diagnostische Aussagen erlaubt ist weniger sinnvoll als eine hochqualitative Untersuchung, welche hierfür die niedrigste jedoch notwendige Strahlendosis benötigt.

Unser Team für die Herz-CT Diagnostik besteht aus weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Herz-CT Diagnostik, welche die Technologie in den vergangenen Jahren in entscheidendem Maße weiterentwickelt haben (siehe Liste der wissenschaftlichen Veröffentlichungen im Anhang). Unser Team wählt daher stets die am besten geeignetste Untersuchungstechnik um eine exzellente Bildqualität zu erzielen und gleichzeitig hierfür die niedrigste Strahlendosis zu verabreichen.

Kosten des Herz-CT

Erfahrungsgemäß übernehmen alle privaten Krankenkassen die Kosten für eine Herz-CT Untersuchung. Patienten mit einer gesetzlicher Krankenversicherung können einen Kostenvoranschlag erhalten, um vorab mit ihrer Krankenkasse abzuklären, ob ihre Kasse die Kosten für die Untersuchung übernimmt oder ob die Untersuchung im Rahmen einer Selbstzahlung erfolgen muss.